Unser Standpunkt: Krakau

12. April 2017,
Krakau
Interview

Tom Mach, Chef der Produktion und Entwicklung bei Binary Minds im Gespräch.

“Binary Minds unterhält ein Vertriebsbüro in USA und eine Abteilung für E-Commerce Marketing in Deutschland. Warum sitzt die Produktion in Polen?“

„Offen gesagt, dass war keine firmenpolitische Entscheidung. Meine Familie wollte aus den USA zurück hierher nach Polen. So haben wir 2002 unser Büro in Krakau eröffnet. Dass das für die Firma ein ausgesprochener Glücksgriff werden sollte, das konnte keiner voraussehen.

2002 war hier alles im Auf- und Umbruch. Auch die Informatik-Szene. Wenn wir in dieser frühen Zeit eine Stellenanzeige geschaltet haben – zack – dann hatten wir 150 Lebensläufe auf dem Tisch. Wir hatten die Qual der Wahl. Das ist aber längst vorbei. Krakau ist eine aufstrebende Universitätsstadt. Und wo die Unis sind, da zieht es die großen Firmen auch hin.

Heute stehen wir – in Sachen Personal – in Konkurrenz zu Firmen wie Google, IBM, Motorola und vielen anderen Hi-Tech-Firmen aus den Krakauer Industrieparks. Aber: Wir haben in Krakau und im 80 Km entfernten Kattowitz zusammen mehr gut ausgebildetes studentisches Potential als in ganz Warschau. Du musst halt guten Leuten einen guten Job bieten.“

“Und guter Job heißt für viele nicht „nur“ gutes Geld. Was bietet ihr Euren Leuten?”

„Damit gehen wir nicht hausieren. Wir sehen zu, dass Mitarbeiter, Kunde und Firma gleichermaßen zufrieden sind und zwar langfristig. Gehen Sie einfach davon aus, dass unsere Mitarbeiter Leistungen erhalten wie sie z.B. auch an der amerikanischen Westküste üblich sind.“

“Was sollte jemand mitbringen, der bei Binary Minds arbeiten möchte?”

“Ein abgeschlossenes Informatik-Studium ist sicherlich hilfreich. Uns interessiert neben den erlernten Fähigkeiten die Persönlichkeit. Die Persönlichkeit muss zum und ins Team passen. Also schauen wir: Wie bringt der Bewerber sich selbst und das Team weiter ? Das ist wichtiger als tolle Noten.”

“Beschäftigen Sie „nur“ polnische Mitarbeiter?”

“Nein. Wir sind melting-pot. Wir haben Deutsche und US-Amerikaner an Bord und über unser Netzwerk viele andere Nationalitäten. Und wenn uns eine Bewerbung aus der Ukraine oder von der Elfenbeinküste erreicht die passt … dann ist das gut.”

Das Gespräch führte Andreas Franze.

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